Im Rahmen der Sommeraktivitäten der KulturHöheNidderau bietet der Hof Buchwald wieder das besondere Maislabyrinth KunstMais. KunstMais ist eine alle zwei Jahre stattfindende Openairveranstaltung in deren Mittelpunkt ein mit Kunststationen ausgestattetes Labyrinth im Maisfeld steht. KunstMais mit seinem attraktiven kulturellen Rahmenprogramm erfreut sich großer Beliebtheit auch über die Region hinaus für Menschen jeden Alters.
Veröffentlichung der Siegerbeiträge demnächst hier.
Prämierung am 31.07.2010 um 15 Uhr auf der KulturHöhe Nidderau Hof Buchwald im Rahmen von KunstMais 2010
„Bauernhof als Klassenzimmer“: Wichtige Konferenz auf Hof Buchwald in Nidderau
Auch im ländlichen Raum gibt es immer mehr Kinder, für die kommt die Milch nicht von der Kuh, sondern aus dem Tetrapak, die Kartoffel wächst als fettiges Stäbchen in der Tüte und schon gar nicht hat das Fleisch aus dem Döner etwas mit den süßen Kälbchenaugen zu tun, die man aus dem Fernsehen oder dem Kuschelzoo kennt.
Um diesen Verlust an Erfahrung und Lebensqualität zu stoppen, gibt es vielfältige pädagogische Projekte – sowohl von privaten Initiativen wie auch von Bauernverbänden. Das Projekt der hessischen Landesregierung heißt „Bauernhof als Klassenzimmer“, es kooperiert mit der Bundesarbeitsgemeinschaft „Lernort Bauernhof“, in dem auch die KulturHöhe Nidderau mit Hof Buchwald mitarbeitet. Eines der Ziele ist es, Schulklassen regelmäßig auf den Hof zu holen und fächerübergreifende Unterrichtseinheiten in Absprache mit Lehrkräften aus den Schulen auf den außerschulischen Lernort Bauernhof, in den „Bauernhof als Klassenzimmer“ zu verlagern oder dort ergänzend anzubieten.
Alle diese Projekte leiden aber bisher darunter, dass niemand die anderen Projekte wirklich kennt und also auch nichts dazulernen kann – weder von den Erfahrungen noch von den Fehlern der Anderen.
Um das zu ändern, hatte der Freundeskreis Hof Buchwald e.V. am vergangenen Samstag Interessierte aus ganz Hessen zum Erfahrungsaustausch auf die KulturHöhe Nidderau eingeladen. Auf Hof Buchwald trafen sich Vertreter des Wiesbadener Ministeriums für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof (BAGLoB), Erzieherinnen und Landwirte vom Odenwald bis Nordhessen. Wie ernst auch die Stadt Nidderau die Gefahren nimmt, die im Wandel von einer ländlichen Struktur zur Pendlergemeinde liegen, zeigte Bürgermeister Schultheiß in seiner Begrüßung. Nidderau beobachte mit großem Wohlwollen das Ziel der KulturHöhe, in Nidderau über die Generationen hinweg Kenntnisse und Erlebnisse zu vermitteln, die der kulturellen Verödung entgegenwirken.
Auf einem interessanten Hofrundgang wurden die ersten Kontakte geknüpft. Die Hofbetreiber Silke und Rainer Vogel gaben Auskünfte über den Betrieb und schilderten einige Aspekte der bisherigen Arbeit mit Kindergruppen auf dem Hof. Generationsübergreifende Arbeit, der Heimatgedanke und die Weitergabe von historischem Wissen werden hier groß geschrieben. Der ganzheitliche Ansatz, der hier aktiv gelebt wird, fand große Beachtung und Anerkennung insbesondere bei den beiden Vertretern der Wiesbadener Landesregierung.
Nach dem Mittagessen für das die Windecker Landfrauen großes Lob und dicken Applaus erhielten, ging es in der Diskussionsrunde am Nachmittag vor allem darum, wie Schulen und Lehrkräfte angesprochen und einbezogen werden können. Denn zu wenig Schulen kennen die Chancen, die der Unterricht auf dem Hof, in der Natur, im Umgang mit Tieren und Pflanzen für die Entwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler bietet. Und welche Möglichkeiten es gibt, fächerübergreifendes Lernen mit dem Lehrplan zu verbinden. Frau Born-Schulze versicherte für das Ministerium, dass Wiesbaden diesbezügliche Bemühungen der lokalen Initiativen gerne unterstützt, auch wenn es noch viele offene Fragen bei der Finanzierung der Projekte oder auch mit den Versicherungen gebe.
Fertige Lösungen gab es an diesem Tag nicht. Aber alle waren sich einig, dass der Erfahrungsaustausch weitergehen muss. Das nächste Treffen soll im Herbst in Nordhessen stattfinden.
Regionaltreffen "Bauernhof als Klassenzimmer am 16.05.2009 auf Hof Buchwald
Begrüßung durch Bürgermeister Schultheiß
Teilnehmer beim Hofrundgang
Das Projekt KulturHöhe Nidderau nutzt den bewirtschafteten Hof Buchwald als Ort, an dem sich Menschen, Dinge und Aktionen treffen, um Kultur zu erleben und zu schaffen. Hier können Neubürger kulturelle und nachbarschaftliche Kontakte knüpfen und Alteingesessene sich treffen und austauschen. Kontinuierlich finden pädagogische und ökologische Angebote statt, z.B. Lernort Bauernhof oder die öffentliche Gemarkungswanderung. Kulturelles Glanzlicht ist alle zwei Jahre die regionale Sommerkunstwerkstatt SoKuWe mit dem Maislabyrinth „KunstMais“ und Auftritten des Feuertheaters Sancto Petrolio, das hier seine Heimat hat. Die KulturHöhe bietet ein Forum für Diskussionen und Workshops, für Spiele und ökumenische Gottesdienste, für Genuss und Engagement. Dieses Forum für alle zu öffnen und zu gestalten ist Aufgabe des Vereins.
KunstMais und andere Genüsse Alle zwei Jahre entsteht auf der KulturHöhe ein Maislabyrinth der besonderen ART: der KunstMais. Auf seinem Weg durch das Pflanzendickicht trifft der Besucher auf verborgene Kunststationen mit Werken Kunstschaffender, die überwiegend in unserer Region leben und arbeiten. Der KunstMais lädt Familien, Gruppen und Einzelpersonen zu neuen sinnlichen Erlebnissen ein – und das zu erschwinglichen Preisen. Es gibt Führungen und Künstlergespräche, einen Kunstmarktplatz und Workshops in der SommerKunstWerkstatt: Malen, Töpfern, Lehmofenbau, Schreiben usw. Das weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte Feuertheater Sancto Petrolio hat hier seine Wurzeln. Alle Premieren von Sancto Petrolio finden auf der KulturHöhe statt, bevor die Artisten aus Nidderau und Gründau auf Tournee gehen. Schließlich die Feldkapelle FundOrt. Die Anlage versammelt alte Steine aus allen fünf Nidderauer Ortsteilen. Hier können Menschen innehalten, zur Mitte finden, Gottesdienst feiern.
Lernort Bauernhof Kinder „wissen“ heutzutage: Die Milch kommt aus dem Tetrapack, Fleisch von McDonald’s, aus dem Döner oder von Bifi – und Gemüse schmeckt sowieso nicht. Gemeinsam mit der Evangelischen Tageseinrichtung für Kinder Heldenbergen unterstützt die KulturHöhe den Bauernhof-Kindergarten, der die Kinder mit den Wachstumsprozessen in der Natur, mit Kulturtechniken und nicht zuletzt mit dem Wetter vertraut macht. Kindergruppen und Schulklassen aus Nidderau und dem Umland können gegen geringe Gebühr ebenfalls an dem Projekt teilnehmen. Weitere Angebote wie Lehrerfortbildungen werden entwickelt.
Natur erfahren und erhalten Alle Projekte der KulturHöhe beziehen sich zentral auf das Verständnis und den Schutz unserer Umwelt. Um ökologisches Bewusstsein zu schärfen und insbesondere junge Menschen an die Natur heranzuführen, arbeitet die KulturHöhe an konkreten Projekten (mit) wie: „Offenland-Programm“, Bioenergie, Wasserpfad, Erhalt bedrohter Haustierrassen und einer Pflanzenkläranlage auf Hof Buchwald.
Kulturland ist Kultur-Land. Aber hallo!
Heimat als Schnittpunkt Wir leben in einer einzigartigen, Jahrtausende alten Kulturlandschaft, geschaffen von zahllosen Generationen. Heute leben hier so viele Menschen wie nie zuvor – Alteingesessene und Neubürger, Landwirte und Banker, Junge und Alte. Gemeinsam ist uns das Erleben dieser gestalteten Landschaft. Wir spüren, dass sich hier Lebensräume und Lebenslinien treffen und wichtig werden können. Nicht nur die Landschaft hat sich verändert. Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft ist die Beziehung von Natur und Kultur brüchig geworden. Die Zersiedelung bedroht nicht nur unsere Ortschaften, sondern auch unser Selbstempfinden und unsere regionale Identität. Die KulturHöhe Nidderau will ein Gegenort sein – ein lebendiges kommunikatives Zentrum, an dem aktuelle Themen diskutiert und neue Erfahrungen gemacht werden können. Hier kommen Menschen ins Gespräch: Bürger/innen, Kommunen und die in der Landwirt-schaft Tätigen. Und Künstler/innen. „Agri-Kultur“ bekommt auf Hof Buchwald einen neuen Sinn. Zur Kultur gehören Riten und Feste. Über die Jahrtausende hinweg haben hier Menschen ihren je eigenen Gottesglauben entwickelt und gelebt; der Keltenfürst von Glauburg wohnte um die Ecke, und Bonifatius’ letzter Weg berührte den Hof Buchwald. Projekte wie Aufführungen des Feuertheaters Sancto Petrolio und die ökumenischen Gottesdienste in der Feldkapelle FundOrt sehen sich in dieser Tradition.
Am Wochenende 02./03.09.2006 konnte Dr. Heike Lasch auf dem Gelände von Hof Buchwald, wie bereits vor zwei Jahren, Keramik im offenen Feldbrand brennen. In diesem Jahr wurde das Material von Elisabeth Reuter / Friedberg zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis war für alle Beteiligten sehr gelungen und zeigt, wie man mit alten Techniken wunderschöne Dinge machen kann.